Wehrtechnik, Ausrichtung der Produktion auf die Strategie und den Markt (KMU, Tochter eines Konzerns)

Ausgangslage

Ein Tochterunternehmen (KMU-Strukturen) eines Grosskonzerns hatte in der Produktion und dessen Umfeld immer noch sehr „traditionelle“ Strukturen, nicht zuletzt natürlich getrieben durch ein absolut erstrangiges Sicherheitsdenken im Umgang mit Explosivstoffen. Moderne Produktionsphilosophien wie Lean-Production waren praktisch unbekannt und die Kultur war immer noch stark geprägt durch die frühere Zeit der Militärbetriebe. Es galt, mit verschiedenen Implementationsprojekten, die neu erarbeitete Strategie umzusetzen. Eines der Projekte, Produktion 2017, wurde mir im Rahmen des Interim-Managements als COO übertragen.

Die Strukturen der Prozessketten der Produktion waren nicht klar erkennbar und auch nicht die Zuordnungen zu den Räumlichkeiten. Die vielen Handarbeitsplätze waren meist unorganisiert, in vielen Räumlichkeiten herrschte eine generelle Unordnung und es gab ein grosses Potential an nicht wertschöpfenden Tätigkeiten. Es gab viele nicht beherrschte Prozesse, nicht ausgereifte oder nicht richtig produzierbare Produkte und daher viel Nacharbeit und Ausschuss.

Wegen vielen Fehlmaterialien sowie einer nicht optimalen Planung mussten angefangene Aufträge immer wieder unterbrochen werden. Die bereits auf die zukünftige Strategie ausgerichtete Organisation entsprach nicht der aktuellen Situation der Aufträge und konnte deshalb auch nicht gelebt werden. Es gab viele gegenseitige Schuldzuweisungen (Einkauf, Planung, Produktion, R&D, Verkauf) und die Distanz von 10 km zwischen der Produktion und dem HQ waren einer guten Kommunikation auch nicht förderlich.

Die Wertschöpfung wurde zu 90% in einer von 3 Sparten erbracht, die gemäss Strategie in den nächsten Jahren stark rückläufig sein würde. In den beiden übrigen, zukunftsträchtigen Sparten, wurden fast ausschliesslich nur Versuchsaufträge ausgeführt. Das Portfolio in diesen Sparten war teilweise nur zu einem kleinen Teil entwickelt.

Wegen all der beschrieben Unzulänglichkeiten war eine gewisse Frustration (es ändert sich sowieso nichts) zu spüren. Sehr positiv war jedoch die Faszination der Mitarbeitenden in der Produktion für die nicht alltäglichen Prozesse. Darauf konnte ein Neuanfang aufgebaut werden.

Lösungskonzept

Resultate